Schon in der ersten Familie auf Erden suchte Gott nach echten Anbetern. Bei Kain und Abel fand er aber nur einen. „Und der Herr sah gnädig an Abel und sein Opfer, aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain sehr ...“ (1. Mose 4,4 – 5). Von religiöser Eifersucht getrieben, ermordete Kain seinen Bruder. Herzlich willkommen in der Geschichte der Anbetung.
Nach der Sintflut setzte sich die Geschichte mit Noahs Opfer fort. Das köstliche Aroma dieses Opfers (1. Mose 8,21) bewegte Gott dazu, seinen Bund auf die ganze Menschheit auszuweiten und ihnen für die Zukunft Schutz zuzusagen.
Im Bericht über Abrahams Bereitschaft, Isaak zu opfern – wo übrigens zum ersten Mal das Wort ‚anbeten’ in der Bibel auftaucht (1. Mose 22,5) – lesen wir, dass Gott Anbeter prüft, um herauszufinden, ob es irgendetwas gibt, das wir über unsere Verehrung für ihn stellen.
Jahre später, als Abrahams Nachkommen ein großes Volk geworden waren und als Sklaven in Ägypten lebten, gab Gott Mose eine Botschaft, die sie schließlich aus der Sklaverei befreite: „Lass mein Volk ziehen, dass sie mir dienen (mich anbeten).“ (2. Mose 9,1). Gott suchte Anbeter.
Als Mose die 10 Gebote für die neu gegründete Nation Israel empfing, war die wahre Anbetung Gottes in ihrem Gesetz verankert – „Keine anderen Götter neben mir ...“ und „kein Götzendienst“. Nichts sollte und durfte über Gott stehen – genauso wie bei Abraham und Isaak – und das war der wichtigste Grundsatz, den es in dieser neuen Gemeinschaft zu organisieren galt.
Am Berg Sinai (2. Mose 19,3 – 6 und 20,18 – 21) wollte Gott jeden aus dem Volk Israel zum Priester weihen. Priester sind schlicht und ergreifend Anbeter, die vor Gott stehen und ihm dienen. Doch aus Furcht entzogen sie sich der Gegenwart Gottes. Gottes Verlangen nach einer Nation von Anbetern wurde vereitelt.
Später, als Eli Hohepriester in Israel war, versagte er in dem Anbetungstest, den Abraham einst bestanden hatte: „Und du ehrst deine Söhne mehr als mich.“ (1. Samuel 2,29). Seine hohes Amt wurde ihm aberkannt und einem anderen gegeben.
David und Salomo sahen, was in einer Nation möglich war, wenn die Ehre Gottes Dreh- und Angelpunkt ist. Unter ihrer Regentschaft wurden über Jahre Anbetung und Gebet 24/7 vor Gott gebracht. Gott hatte Anbeter gefunden. David schrieb: „Es danken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker. Das Land gibt sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott.“ (Psalm 67,6 – 7) Und wirklich: Israel erlebte in seinem goldenen Zeitalter Gunst und hatte die weltliche Vorherrschaft.
Doch leider nahm es mit dem großen König Salomo als Anbeter kein gutes Ende. Obwohl er einen herrlichen Tempel für die Anbetung Gottes baute, Hunderte von Lieder schrieb (1. König 4,12) und sogar Bücher von ihm in der Bibel verewigt sind, waren seine letzten Jahre von Finsternis und Götzendienst erfüllt. „Damals baute Salomo eine Höhe dem Kemosch, dem greulichen Götzen der Moabiter, auf dem Berge, der vor Jerusalem liegt, und dem Milkom, dem greulichen Götzen der Ammoniter.“ (1. Könige 11,7)
Besonders weil Salomo punkto Anbetung ‚versagte’ (1. Könige 11,11 – 13), wurde Israel in zwei Nationen geteilt und verlor damit seine internationale Vorherrschaft und Machtstellung. In gleicher Weise führte dieses ‚Versagen von Anbetung’ auch dazu, dass Israel von Assyrien eroberte wurde und Juda in babylonische Gefangenschaft kam (2. Chronik 7,19 – 22).
Als die Zeit der Gefangenschaft vorbei war, bewegte Gott auf wunderbare Weise das Herz von König Kyrus, der Israel in ihr Land zurückkehren lies, um dort Anbetung wieder aufzurichten (Esra 6,3). Immer noch suchte Gott nach Anbetern.
Auch die Geburt Jesu war von Anbetung umgeben – die Engel sangen das große Halleluja und die Weisen überbrachten dem neugeborenen König erlesene Geschenke. Jesus gewann die Samariterin für das Reich Gottes mit der Botschaft von des Vaters Suche nach Anbetern (Johannes 4,23). Er widerstand Religionsführern, die Traditionen über Gott stellten und Gott lediglich mit dem Mund anbeteten (Matthäus 15,7 – 9). Er machte deutlich, dass das höchste Gebot ist, Gott von ganzem Herzen, mit unserem Verstand, aller Kraft und körperlichen Stärke anzubeten. Und weil Anbetung ganz einfach ein Ausdruck unserer Liebe zu Gott ist, sind – so Jesus – diejenigen Anbeter, die aus und von ganzem Herzen anbeten – und nichts ist wichtiger!
Durch seinen Sühnetod am Kreuz und seine Auferstehung entstand eine neue Gemeinschaft – die Kirche, von der Petrus sagte, dass sie dazu da sei, „zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind" (1. Petrus 2,5) und die Ehre Gottes zu verkündigen (Vers 9). Der Apostel Paulus erklärte, dass er das Predigen des Evangeliums als eine priesterliche Verpflichtung ansehe und dadurch noch größere Anbetung entsteht – damit „die Heiden ein Opfer werden, das Gott wohlgefällig ist" (Römer 15,16).
Am Ende der Zeit wird ein Engel mit dem ewigen Evangelium vom Thron Gottes gesandt, um alle Welt zu wahrer Anbetung zu rufen (Offenbarung 14,6 – 7). Auch wenn ein eifersüchtiger Gottesbetrüger, das Biest, eine Zeitlang die unerlöste Welt davon überzeugen konnte, ihn anzubeten (Offenbarung 13,8), so funktioniert seine Masche nur eine kurze Zeit. Eines Tage werden alle Nationen vor Gott stehen und ihn alleine anbeten (Offenbarung 15,4).
Und nun ist es an dir, Teil dieser Geschichte und ein Anbeter wie Abel, Abraham, David und Paulus zu werden. Denn Gott sucht noch immer nach Anbetern ... in deiner Nachbarschaft ... in deiner Gemeinde ... in deinem Zuhause!
Über Gerrit Gustafson
Gerrit Gustafson, wohnhaft in der Umgebung von Nashville, ist Songwriter (Only by Grace, Mighty is Our God), Produzent und Herausgeber (wholeheartedworship.com), Autor (The Adventure of Worship – Das Abenteuer der Anbetung) und lehrt über Anbetung (worshipschools.com).
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